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Thüringer Allgemeine,  9.Juli 2010

 


 

Südthüringer Zeitung, 9.7.2010  online-Veröffentlichung

 


 

Thüringer Allgemeine, Wochenendbeilage vom 17. Juli 2010, zum online-Text

 


 

MDR Radio, 8.7.2010

 


 

MDR Fernsehen, 9.7.2010

 


 

 

 

 

Ressort Schmalkalden, erschienen am 12.07.2010 10:00

Einheit im Kinderzimmer

Von Margit Dressel

 
Schmalkalden - Kinderspielzeug aus der Zeit des Wirtschaftswunders und der Planwirtschaft kann man in der neuen Ausstellung auf Schloss Wilhelmsburg bewundern. Ein kühles Plätzchen, viel Erinnerung und viel Stoff zum Reden und Spielen gab es schon bei der Eröffnung der Ausstellung des Museums Schloss Wilhelmsburg über 20 Jahre Deutsche Einheit. Das Museumsteam wählte Spielzeug aus den 1950er Jahren als Ausgangspunkt seiner Betrachtungen. Es spannt gleichsam im Kinderzimmer eine Bogen vom Wirtschaftswunder in der BRD und Planwirtschaft in der DDR.
Jörg Bohn und sein www.wirtschaftswundermuseum.de lieferten dafür nicht nur die Exponate, sondern auch Impulse: "In der Schule habe ich Geschichte gehasst, weil es nur ein Aneinanderreihen von Daten war", sagt der Sammler aus der niederrheinischen Stadt Rheinberg. Vielmehr fasziniere ihn, wie die Menschen zu dem geworden sind, was sie sind. "Von der DDR hatte ich ein total schräges Bild", bekennt er. Durch das Spielzeug habe er erfahren, wie Leute gelebt und sich auch wohl gefühlt haben. Es habe sich ein anderes Bild von der DDR gezeigt, als es im Westen immer gezeichnet wurde. Gleichwohl will Jörg Bohn nicht werten, "nur" dokumentieren. Ganz klar stellt er heraus, dass Ost-Spielzeug der Ideologie und West-Spielzeug dem Kommerz dienten. Bei den meisten Spielen in der großzügig gestalteten Ausstellung in der Hofstube hätte es des Flaggensymbols eigentlich nicht bedurft. Denn Pionierpuppe, Messemännchen oder NVA-Soldaten in Mini-Gummiformat waren leicht erkennbar. Das Angelspiel indes hätte aber auch gesamtdeutsch sein können. Die Kinderpost mit dem Stempel zum Tag der NVA, auf dem vom Stahlhelm bis zum Tarnnetz alles abgebildet war, hat Jörg Bohn besonders beeindruckt. Erinnerte er sich doch an ein Spiel aus seinen Kindertagen, das er ebenso gern gespielt hat, wie viele DDR-Kinder mit der Post. Von den Inhalten ist viel "hängengeblieben", weiß der 49-Jährige.
Sein Privatmuseum habe sich inzwischen so entwickelt, dass er davon halbwegs leben könne. Angefangen habe es eigentlich damit, dass er bei einer Freundin zum ersten Mal im Leben ein Puppenhaus gesehen habe. Das gefiel ihm so gut, dass er begann, Puppenhäuser zu sammeln. Zeitlich ergaben sich daraus viele Verbindungen zu den 1950er Jahren, die Jörg Bohn aber nicht zu eng fassen will. Deshalb hat er den Namen von Puppenhausmuseum in Wirtschaftswundermuseum umgewandelt. Eigentlich sind die Exponate dieses Museums in Kisten verpackt. Nur im Internet werden sie präsentiert. Nicht nur der fehlende Platz ist der Grund dafür. Durch das Internet kann der Museumsgründer weltweite Kontakte knüpfen. Zum Beispiel zu einer amerikanischen Kinderbuchautorin. Architekten kauften Fotos, die Kindersendung "neuneinhalb" wählte ein Puppenhaus als virtuelle Kulisse für reale Schauspieler, Studenten der Hochschule für Gestaltung in Schwäbisch Gmünd schrieben eine Seminararbeit. Schmalkalden ist die dritte Stadt, in der Jörg Bohn seine Spielzeugausstellung zeigt. Beteiligungen habe es indes schon öfter gegeben. So zum Beispiel bei der Augsburger Puppenkiste oder der Bayrischen Landesausstellung. Eines betont Jörg Bohn ganz klar: "Ich handle nicht mit meiner Sammlung." Ingo Laubvogel von der Europäischen Spielesammler Gilde war eigens aus Sondershausen angereist, um die Ausstellung zu sehen. "Wir sind rund 70 enthusiastische Sammler von Spielen, von denen jeder tausende Exemplare hat." Für den Juristen, seit 19 Jahren Thüringer, ist es etwas Besonderes, wenn er ein Spiel sieht, was er noch nicht kannte. Und das sei bei der Ausstellung auf der Wilhelmsburg der Fall gewesen. Auch für die Brüder Josef (10) und Joshua (9) war die Ausstellung so interessant, dass sie gleich mit der ganzen Familie in die Hofstube kamen. Meist spielen sie mit Matchboxautos oder Lego-Steinen. In der Ausstellung schauten sie sich die NVA-Soldaten und den ferngesteuerten Panzer an.Für die wenigen weiblichen Eröffnungsgäste, es interessierten sich an diesem Tag deutlich mehr Männer für Spielzeug, waren die unkaputtbaren Plastik-Lastwagen, der Marke Robur in bester Erinnerung. Damit seien die Kleinen sicherer und schneller gefahren als mit dem Bobby Car, teilten sie Erinnerungen. Museumsdirektor Dr. Kai Lehmann wies auf drei Spieltische hin, wo sich die Museumsbesucher betätigen können. Interessant ein umfassend-lehrreiches Reisespiel aus dem Westen mit dem Thema Reiseland DDR. Vergleichbares aus dem Osten habe es auf diesem Gebiet nicht gegeben, merkt der Museumsdirektor mit Augenzwinkern an.

Bis zum 11. Oktober ist die Ausstellung "20 Jahre Deutsche Einheit" zu sehen.

 


 MEDIENECHO der Ausstellung im Museum Petersberg (Auswahl):


MDR-Fernsehen  19.7.2014
welt.de 18.7.2014
bild.de  18.7.2014
focus online 18.7.2014
bunte.de  18.7.2014
sueddeutsche.de 18.7.2014
stern.de 18.7.2014

  


 

www.wirtschaftswundermuseum.de