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alte Neckermann-Kataloge der 50er und 60er Jahre, der erste Neckermann-Katalog


Vor einiger Zeit bei einer Auktion "unter den Hammer" gekommen (INFO), sind sie nun über Umwege im Wirtschaftswundermuseum gelandet: historische Neckermann Versandhauskataloge aus dem Privatbesitz des Firmengründers Josef Neckermann!

Neben den Katalogen sind eine Unmenge weiterer Dokumente und Werbemittel vorhanden -  von Bestellscheinen über "Sommer-Schluss-Verkauf"-Plakate bis hin zu Bedienungsanleitungen für verschiedenste Neckermann-Geräte.

Ich werde nach und nach etliche Objekte aus dieser wohl einzigartigen Dokumentation bundesdeutscher Konsum-/ Versandhausgeschichte ins Netz stellen und plane, eine Ausstellung zum Thema zu konzipieren - möglicherweise in Verbindung mit diversen zeittypischen Konsumgütern, die in den Katalogen angeboten wurden. Anfragen interessierter Museen, die über entsprechenden Möglichkeiten / Räumlichkeiten für eine solche Ausstellung verfügen, sind willkommen! KONTAKT

Außerordentlich gefreut habe ich mich über folgende Zeilen, die mir Johannes Neckermann per Email zukommen ließ: "Ich freue mich, dass "meine" Katalogsammlung schließlich bei Ihnen im Wirtschaftswundermuseum gelandet ist. Sie scheint bei Ihnen gut aufgehoben zu sein." - Da Johannes Neckermann im Unternehmen seines Vaters lange Zeit  für das Marketing mit "Werbung, Katalogherstellung, Verkaufsförderung, Handelsmarken, Sonderaktionen und Auslandsvertrieb" zuständig war, bin ich natürlich sehr gerne auf sein freundliches Angebot eingegangen, mich bei Fragen zu Inhalt und Anmerkungen an ihn persönlich zu wenden.

 

 

 

 

Die Jahrgänge von 1950 bis 1965 sind aufwändig in Leder eingebunden, danach mussten Leineneinbände genügen und zuletzt wurden offenbar nur noch die "nackten" Kataloge archiviert.

 

 

 

 

 

Besser lässt sich die Neckermann-Erfolgsgeschichte kaum veranschaulichen: Die gesammelten Werbematerialien aus den Jahren 1950 (links) und 1965

 


 

Der "erste" Neckermann-Katalog, die "Preisliste 119"

 "Neckermann Textil-Versand K-G, (16) Kelsterbach / Main bei Frankfurt, Gültig ab 15.3.50"

Das erste Neckermann-Angebot der Nachkriegszeit, das landläufig als "der erste Neckermann-Katalog" bezeichnet wird: die 12-seitige "Preisliste 119", "gültig ab 15.3.1950". - Angebots-Rubriken z.B.: "Für den Wäscheschrank",  "Babywäsche",, "Schürzen für jeden Zweck", "Damenstoffe für jede Gelegenheit" oder "Miederwaren". - Die "Preisliste 120", die fälschlicherweise an diversen Stellen im Internet als "erster Katalog" gezeigt wird, erschien mit identischer Titelillustration, lediglich die Numerierung wurde entsprechend angepasst. - Auch anläßlich der Insolvenz von "neckermann.de" am 18.7.2012 wurde den Lesern in nahezu allen Presseberichten ein möglicherweise falsch deklariertes DPA-Bild mit der "Preisliste 120" als erstem Katalog untergejubelt. - Da hätte ich mir von allen Beteiligten eine sorgfältigere Recherche gewünscht! - Nicht, dass das in diesem Fall von weltbewegender Wichtigkeit wäre...Aber, frei nach dem Sprichwort "Wer einmal lügt...":  Wer einmal schludert...

 


 

                                  

Wäsche- und Kleiderfabrik Josef Neckermann - "Preisliste Nr.105" (1939)

  Wäsche- und Kleiderfabrik Josef Neckermann - "Frühjahrs-Preisliste Nr.107" (1939)   "Entzückende Stoffe für Frühjahr und Sommer" (1939)

 

                                   
Wäsche- und Kleiderfabrik Josef Neckermann - "Preisliste Nr.110" (1939)        

 


 

"Sehr geehrte Kundschaft!

Durch die Einführung der Reichskleiderkarte wird der Bezug von Textilwaren sehr vereinfacht. Sie können mir die Kleiderkarte zusammen mit Ihrer Bestellung einsenden und erhalten die Karte dann mit dem Paket zurück, oder Sie lassen sich von Ihrer zuständigen Kartenstelle die benötigten Abschnitte abtrennen und senden mir die hierüber ausgestellte Quittung ein. Beim Einkauf von Herrenanzugstoffen müssen Sie mir die Adresse Ihres Schneidermeisters mit angeben, da ich diese Stoffe nur an den Schneidermeister direkt liefern darf." - "Die Gültigkeit dieser Preisliste erstreckt sich auf eine längere Zeit..." - Wäsche- und Kleider-Fabrik Josef Neckermann, Preisliste 112, gültig ab 6.Dezember 1939

 


 

                                           
Wäsche- und Kleiderfabrik Josef Neckermann - "Herbst-Preisliste Nr.115" (1940)      

 

                                   
"Preisliste 121" - "Leicht und beschwingt im neuen Sommerkleid" (1950)
  Neckermann "Preisliste 122" - "Gut und preiswert gekleidet" (1950)    

 

                                            
Neckermann "Preisliste 124" - "Vorteilhafte Angebote für Herbst und Winter" (1950)   Neckermann "Preisliste 124" - "Vorteilhafte Angebote für Herbst und Winter", leicht modifizierte Ausgabe (1950)   "1951 noch größere Leistungen" (1951)

 


"Das Ereignis für alle" - Werbezettel zur Eröffnung des "Versand-Haus mit Verkauf ab Lager in Frankfurt/M - Am Ostbahnhof am 11.Juni 1951 gegen 14 Uhr"

 


                                             

"Gut gekleidet in den Frühling" (1951)

 

"Dokumente der Leistung" (1951)

 

"Das sind Trümpfe" (1951)

 


       

"Kauf ohne Risiko" - "Ein kleiner Ausschnitt aus meinem umfassenden 40 seitigen Katalog" (1951)

 

"Letztes Extrablatt zum Sommer-Schluss-Verkauf mit unglaublich günstigen Angeboten!" (1951)

 


                 

                 
"Sommerfreuden für wenig Geld" (1951)   "Für den Winter - Mit Weihnachtsangebot" (1951)   "Ich rufe zum Weihnachtseinkauf" (1951)

 


Neckermann Textil-Versand K-G - "Umtausch oder Geld zurück. Ein Einkauf ohne Risiko!" (1950)


 

                     

                     
Neckermann - "Katalog Nr.134" - "Sommerzeit" (1952)    1953    1953

 

                                   
1954   1954   1954

 

                                   

1954

 

1955

 

1955

 

                                   

1955

 

1955

 

1955

 

                                   

1955

 

1956

 

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1956

 

1957

 

1957

 

                                   

1958

   1959    

 


 

       

Neckermann "on tour": Die aktuellen Modekollektionen konnten auf eigens zu diesem Zweck veranstalteten Modeschauen von ihren potentiellen Käuferinnen in natura in Augenschein genommen werden. - "Moden Schau" - "2 Stunden Freude für Sie", Flyer (1958)

       

 


                     

"Fernseh-Fibel" (1958)

  Bedienungsanleitung "UKW MW Volltransistor-Koffer" (1959)

 


                                    
   

"Praktisch-formschön-elegant - eine Auswahl modischer Besonderheitenl" (1959)

   

 


 Der Autor Thomas Veszelits berichtet in seinem (übrigens sehr empfehlenswerten) Buch "Die Neckermanns - Licht und Schatten einer Unternehmerfamilie" über eine Pressekonferrenz im Jahr 1955, in deren Rahmen Firmenchef Josef Neckermann den anwesenden Journalisten seinen neuen Katalog vorstellt:

""Und vergessen Sie nicht zu erwähnen, dass wir 1,6 Millionen Adressen in unserer Kartei haben und unsere Kataloge mit einer Auflage von 2,3 Millionen Exemplaren einen Leserkreis von rund 8 Millionen Menschen erreichen:" - An Zahlen wie diesen konnte er sich förmlich berauschen. Mit erhobenem Zeigefinger, als wollte er die Ziffern aufspießen, konnte er jederzeit aus dem Kopf nennen, wie viele von einem Pullovermodell, mit 15000 Stück disponiert, nach zwei Verkaufswochen noch vorhanden waren."

Eingeprägt haben mag sich Josef Neckermann solche Statistiken durch Kataloge, die nicht, wie die zur Archivierung gedachten, aufwängig eingebunden waren, sondern schlicht und einfach als Gebrauchsobjekte dienten. Einige von diesen Exemplaren sind erhalten geblieben und gehören nun ebenfalls zum Wirtschaftswundermuseum-Fundus. In Ihnen sind von Mitarbeitern zu den jeweiligen Waren handschriftlich Zahlen eingetragen worden und in einigen Fällen ist auch die Handschrift von Neckermann selbst zu identifizieren. Zusätzlich gibt es diverse Kritzeleien - wohl ebenfalls aus der Hand des Firmenchefs - zu entdecken, in denen er Details von Kleidungsstücken geändert hat, die ihm offensichtlich nicht gefielen. Auf jeden Fall sieht man diesen Katalogen an, dass sie unzählige Male durchgeblättert wurden - an machen Stellen sind sie derart zerlesen, dass das Papier schon sehr dünn ist. Im folgenden einige Bilder dieser aussagekräftigen  Zeitzeugnisse:

 

Meine Vermutung, dass diese handschriftlichen Eintragungen von Josef Neckermann persönlich stammen, wurde mir freundlicherweise von Johannes Neckermann bestätigt: "Die Anmerkungen / Zahlen sind von meinem Vater. Sie zeigen die Verkaufszahlen der einzelnen Modeteile. Diese "Zahlenkataloge" hielt man im Chefsekretariat unter Verschluss, damit um Gottes Willen keiner in die Hände der Konkurrenz gelangt, die zu gerne unsere Verkaufszahlen gewusst hätte."

 

                                    
Hier gefiel ihm offenbar die Ärmellänge nicht...   und hier nicht der gerade Zuschnitt.

 

"Hr. Neckermann - die angegebenen Zahlen entstammen einer Auswertung von ca. 3000 Aufträgen"

 


                                                                                                                                                           WEITER→       

 

www.wirtschaftswundermuseum.de